Die Deutsche Baum Mark – das Baumgeld.

Eine naturgedeckte Anlageklasse für das 21. Jahrhundert.

Frankfurt am Main ist seit über zwölf Jahrhunderten das Herz der Geldgeschichte. 794 ließ Karl der Große hier den Denarius prägen – die Urmünze, aus der sich der deutsche Pfennig entwickelte. Doch der Pfennig war nicht allein: Aus derselben Wurzel gingen auch der englische Penny (Pence), der französische Denier, der italienische Denaro, das spanische Dinero und der Dinar vieler arabischer Länder hervor. Was in Frankfurt begann, prägte eine ganze Familie von Weltwährungen auch vom Penny zu Dollar.

In Goethes Faust II vollzog sich ein faustischer Akt: die Erfindung des Papiergeldes. Goethe erkannte früh, dass Geld nicht nur Metall oder Münze ist, sondern ein Spiel mit Illusion, Vertrauen und Gestaltungskraft. 1948 wurde in Frankfurt die Deutsche Mark geboren – Symbol der sozialen Marktwirtschaft, getragen vom Vertrauen der Menschen und Mutter des Euro. Heute ist die Stadt Sitz der Europäischen Zentralbank.

Doch Geld war für Künstler nie bloß Technik, sondern immer auch eine Frage der Formung. Goethe zeigte, dass Geld aus Sprache und Symbol entsteht. Joseph Beuys verdichtete diesen Gedanken zu „Kunst = Kapital“ und setzte ihn mit 7000 Eichen – Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung praktisch um: Jeder Basaltstein finanzierte einen Baum, Kunst wurde zur sozialen Plastik, die Zeit, Boden und Geld neu bewertete.

Mike Kuhlmann führt diese Linie weiter:

„Natur + Liebe + Kunst = Kapital – das Baumgeld.“

So entsteht die Deutsche Baum Mark (DBM) – das erste digitale regenerative Finanzinstrument, das Kapital aus Photosynthese, Fürsorge und Gestaltung schöpft.

Geld aus Photosynthese

Die DBM ist klar definiert: 1 DBM = 1 Tonne gesenktes Kohlendioxid.

Das bedeutet:

  • 0,273 Tonnen Kohlenstoff, gebunden durch Photosynthese in Holz, Wurzeln und Mutterboden.
  • 0,727 Tonnen Sauerstoff, freigesetzt als atembare Luft, Grundlage allen Lebens.

Damit erhält Geld erstmals seine Deckung nicht durch Gold oder Schuld, sondern durch den überlebenswichtigen Kohlenstoffkreislauf der Natur.

 

Die Gesetzgebung zum Klimaschutz hat erstmals den Rahmen geschaffen, dass CO₂-Senkung als messbare Naturleistung ökonomisch anerkannt wird. Die Deutsche Baum Mark greift diesen Ansatz auf und macht ihn sichtbar: Erstmals erhält eine Naturleistung einen klar definierten Preis pro Tonne gebundenes CO₂. Damit wird das Unsichtbare – Photosynthese und Kohlenstoffbindung – in Wert gesetzt und zum Fundament eines neuen Finanzsystems.

Von der Kunst ins Museum

Die erste Deutsche Baum Mark entstand aus den sechs Goldmann-Kastanien auf dem Union-Gelände. Am 25. September 2025 wird sie dort öffentlich präsentiert. Zuvor jedoch wurde ein Meilenstein erreicht: Die erste Baum Mark wurde verkauft – an die Stadt Frankfurt, die sie in die numismatische Sammlung des Historischen Museums aufgenommen hat. Damit ist sie Teil der dokumentierten Geldgeschichte – von Denar über Pfennig, Papiergeld, Mark und Euro bis hin zum Geld der Bäume.

Messbar und abgesichert

Die wissenschaftliche Basis ist solide. Mit Satellitenbildern, Bodenproben und forstlichen Inventuren wird die CO₂-Bindung nach internationalen MRV-Standards (Monitoring, Reporting, Verification) erfasst. Im Frankfurter Stadtwald, auf 4.141 Hektar, wurden zwischen 2021 und 2022 63.904 Tonnen CO₂ nachgewiesen – das entspricht 63.000 Baum Mark.

Eine Baum Mark kostet 100 Euro brutto. Die Verwendung ist transparent und zweckgebunden:

  • 16 Euro MwSt. gehen an den Staat.
  • 16,80 Euro in einen Sicherheitspool (20 % vom Netto).
  • 53,76 Euro in die Pflege von Bäumen und Mutterboden.
  • je 6,72 Euro in Bildung, Gemeinwohl und Verwaltung/Transformation.

So entsteht ein gemeinnütziges Kreislaufsystem, in dem Geld direkt in Natur und Gesellschaft zurückfließt.

Carbon Profits statt Carbon Credits

Die DBM ist im Kern ein Carbon Credit – doch sie geht weiter: Sie verwandelt sich in Carbon Profits, Gewinne, die nicht wenigen gehören, sondern allen zugutekommen – Natur, Gesellschaft, kommenden Generationen. Damit wird die Baum Mark zum ersten echten regenerativen Finanzprodukt.

Potenzial für Deutschland

Deutschland verfügt über 11,5 Millionen Hektar Wald, rund die Hälfte in öffentlicher Hand. Rechnet man mit einer durchschnittlichen Bindungsleistung von zehn Tonnen CO₂ pro Hektar und Jahr, ergibt sich ein Volumen von über elf Milliarden Euro brutto jährlich. Allein die öffentlichen Wälder könnten rund sechs Milliarden Euro generieren – davon über drei Milliarden Euro zweckgebunden für Pflege und Boden.

Die Zukunft des Geldes

Die Deutsche Baum Mark ist mehr als Kunstwerk und Zertifikat. Sie ist der Auftakt einer „Greening Finance“ für eine ökosozialen Marktwirtschaft, in der Geld nicht gegen, sondern mit der Natur arbeitet. Ein digitales regeneratives Finanzinstrument, das den Kohlenstoffkreislauf selbst zur Grundlage nimmt.

Und vielleicht ist sie noch mehr: eine Blaupause für den digitalen Euro. Während die Europäische Zentralbank an der Zukunft des Geldes arbeitet, zeigt die DBM, wie eine Währung ökologisch gedeckt sein könnte – nicht durch Illusion, sondern durch den gebundenen Kohlenstoff der Photosynthese, durch Sauerstoff, durch Leben.

Frankfurt erfindet sich damit erneut als Stadt des Geldes. Nach Denar, Pfennig, Papiergeld, Mark und Euro entsteht hier nun die Deutsche Baum Mark – Baumgeld. Ein Geld, das wächst, atmet und bleibt. Ein neuer faustischer Akt – diesmal nicht als Illusion, sondern als Realität im Dienst des Lebens.

PS: „Wenn 6 Bäume 100 € im Jahr erwirtschaften, dann erzeugen Beuys’ 7.000 Eichen jährlich 116.000 € – hochgerechnet über Jahrhunderte ein Naturvermögen von zig Millionen“

 

Mike Kuhlmann

Künstlerische Auseinandersetzung mit dem Geld

Mike Kuhlmann (1966) beschäftigt sich seit über drei Jahrzehnten mit dem Verhältnis von Kunst, Geld und Gesellschaft. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Malerei, Konzeptkunst und sozialer Plastik – stets mit dem Ziel, Geld nicht nur als ökonomisches, sondern auch als kulturelles und ökologisches Medium zu begreifen.

Die Deutsche Mark – Abschied und Denkmal

Ende der 1990er-Jahre begann Kuhlmann seine künstlerische Auseinandersetzung mit Geld mit einer Serie großformatiger Gemälde der Deutschen Mark Münze. Sie waren sowohl Abschiedsgeste als auch Denkmal: ein Tribut an die Deutsche Mark als Symbol der sozialen Marktwirtschaft, die 2002 durch den Euro abgelöst wurde.

1000 Deutsche Goethe – Kunst, Gold und Digitalität

Ihm folgten die 1000 Deutsche Goethe – eine digitale Kunstwährung, gedeckt durch je eine Feinunze Gold. Jede Schöpfung enthielt einen ökosozialen, gemeinnützigen Aufschlag (Sharety Fee), mit dem Kuhlmann die Idee einer neuen, fairen Geldordnung erprobte. Damit verband er künstlerisches Werk, materielles Kapital und Gemeinwohlfinanzierung.

100 Billionen Mark – Inflation als Mahnung

In einem weiteren Werk griff Kuhlmann die Ikone der Hyperinflation auf: den 100-Billionen-Mark-Schein von 1923. Er ersetzte das Porträt Willibald Pirckheimers durch das Abbild von Goethes Vater – eine Transformation, die historische und kulturelle Dimensionen des Geldes reflektiert. Dieses Werk wurde 2023 in der Ausstellung zur Inflation im Historischen Museum Frankfurt gezeigt, gemeinsam mit weiteren Arbeiten Kuhlmanns.

Die Deutsche Baum Mark – Geld aus Natur

Seit 2019 widmet sich Kuhlmann der Entwicklung der Deutschen Baum Mark (DBM). Seit 2020 wurde sie in mehreren Ausstellungen präsentiert – als digitales regeneratives Finanzinstrument, gedeckt durch die CO₂-Senkung lebender Bäume. 2021 nutzte die Deutsche Familienversicherung das Branding der Baum Mark erstmals, um ihre CO₂-Emissionen zu kompensieren – ein Meilenstein, bei dem Kuhlmanns Kunstwerk zur angewandten Klimaökonomie wurde. 2025 wurde die erste DBM vom Historischen Museum angekauft und markiert den offiziellen Start des Baumgeldes.

Mike Kuhlmanns künstlerische Vita zeigt eine konsequente Linie: von der Reflexion der Deutschen Mark über experimentelle Kunstwährungen bis zur Deutschen Baum Mark. In ihr kulminiert seine Auseinandersetzung mit Geld als Medium von Kunst, Natur und Gemeinwohl – als künstlerische Idee und zugleich als praktisches Finanzinstrument für eine ökosoziale Zukunft.

 

 

 

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